Man
unterscheidet zwischen zentralen und dezentralen Anlagen:
-
Zentrale Anlagen haben einen entfernten Aufstellungsort und arbeiten
nahezu geräuschlos. Sie besitzen zwei Ausgänge und zwei Eingänge
(Fortluft, Luft die nach außen geführt wird, Außenluft
wird von außen zugeführt, Abluft wird aus den Wohnräumen
abgesaugt, und Zuluft den Wohnräumen zugeführt). Zentrale
Anlagen sind aufwändiger, denn die Lüftungskanäle müssen
von den Wohnräumen zur Anlage geführt werden. Zwei Umluftarten
kommen zum Einsatz:
- Bei
der einfacheren Variante 1 werden üblicherweise Küche, Bad
und WC an die Abluftkanäle, Schlaf und Wohnräume an die Zuluftkanäle
angeschlossen. Türen oder Lüftungsschlitze sorgen dafür,
dass die Luft innerhalb der Wohnung gleichmäßig zirkulieren
kann.
- Bei
Variante 2 ist jeder Raum einzeln regulierbar und erhält jeweils
einen eigenen Zu- und Abluftkanal.
- Dezentrale
Anlagen eignen sich besonders für die Nachrüstung, sie versorgen
normalerweise nur einen Raum.
Ein
Beispiel: Als hygienisch notwendig werden etwa 25-40 m³ Luftmenge
pro Person und Stunde angesehen. Bei vier dauernd anwesenden Personen
müssten also etwa 100-160 m³ pro Stunde ausgetauscht werden;
dies entspricht bei 200 m² Wohnfläche und einem Gebäudevolumen
von 500 m³ einer Luftwechselrate von 0,2-0,3.
Zu beachten ist jedoch: selbst bei einem "luftdichten" Gebäude
nach bestandenem Blower-Door-Test findet bei 50 Pa (=Windstärke
5) ein Luftwechsel von maximal 1,5 statt. Bei sehr wenig Wind oder bei
Gebäuden, die die Norm übererfüllen, kann es sein, dass
ohne besondere Lüftung nicht genügend Frischluft zugeführt
wird.
Vorteile:
- immer
Frischluft
- keine
Gefahr von Schimmelbildung, gehemmtes Hausstaubmilbenwachstum
- durch
eingebauten Filter ist die Luft sauberer, für Allergiker gibt
es Pollenfiltereinsätze
- L üftung
auch bei lauter Umgebung möglich
- Kühlung
im Sommer - eine KWL ist keine Klimaanlage, doch sie kann im Sommer
die Innentemperatur absenken (sogenannter By-Pass-Betrieb).
- Öl
bzw. Gaspreis unabhängig
Nachteile:
- bei
Systemen ohne Feuchteausgleich im Winter zu trockene Luft
- regelmäßige
Wartung des Filtersystems notwendig - aber da kein Kamin benötigt
wird, braucht dieser auch nicht gereinigt werden
- bei
Dauerbetrieb ist der Stromverbrauch des jeweiligen Systems zu berücksichtigen
- je nach
Nutzerverhalten geringe oder keine Ersparnis von Heizenergie trotz
hoher Wirkungsgrade des Wärmeübertragers.
mögliche
Probleme:
Waren
vorher bei mangelnder Lüftung oft Probleme mit zu hoher Luftfeuchtigkeit
und dadurch mögliches Auftreten von Schimmel vorhanden, so beobachtet
man heute in den Wintermonaten Raumluft mit relativer Luftfeuchte
von weniger als 30%, empfohlen werden allgemein Werte um 50%. Grund
dafür ist, dass die angesaugte kalte Aussenluft nach der Erwärmung
eine sehr niedrige relative Luftfeuchte besitzt. Hier hilft oftmals
nur ein zeitweises Abschalten der Anlage. Technisch aufwändigere
Anlagen sehen deshalb eine Luftfeuchteausgleich vor.
Bei mangelhafter
Ausführung oder Betrieb auf hoher Stufe kann der Austritt der
Zuluft aus den Austrittsöffnungen zu Zugerscheinungen führen
oder es kann Abluft aus Küche und Bad in andere Räume gelangen.
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